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Unterrichtspaket Kassensturz

Alle 8 Lektionen der Stufe −1 an einem Ort: Lernziel, Unterrichtszeit, Diskussionsfrage und Quiz-Lösung für die Vorbereitung — direkt einsetzbar, ohne selbst zusammenzustellen.

8 Lektionen · ca. 45 Min. als Block Zuletzt geprüft: 2026-09-11

Warum dieses Paket

Stufe −1 (Kassensturz) ist der natürliche Einstieg: keine Vorkenntnisse nötig, ehrlicher Realitätscheck vor dem ersten Euro. Dieses Paket bündelt alle 8 Lektionen mit dem, was in der Unterrichtsplanung sonst selbst zusammengesucht werden müsste. Empfohlenes Alter: ab 13 Jahren (Details auf der Für-Lehrkräfte-Seite).

Passendes Arbeitsblatt: Kassensturz (ausfüllbares PDF) — als Hausaufgabe oder Abschluss der Einheit.

Zwei Wege, das Paket zu nutzen: als eine zusammenhängende 45-Minuten-Einheit (alle 8 Lektionen kurz vorstellen, gemeinsam 2–3 vertiefen, Rest als Hausaufgabe) oder als 8 einzelne 10–15-Minuten-Einstiege über mehrere Stunden verteilt.

Die 8 Lektionen

1. Bevor du einen Euro anlegst

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du anhand von drei Fragen selbst entscheiden, ob Anlegen für dich gerade der richtige nächste Schritt ist.

Unterrichtszeit: ca. 6 Min. (2 Min. Lesezeit + Diskussion)

Diskussionsfrage: Warum ist das Tilgen eines Dispokredits oft besser als eine Anlage?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du hast 2.000 € gespart, aber noch 1.500 € Dispo-Schulden zu 12 % Zinsen und keinen Notgroschen. Ein Bekannter rät dir, sofort in einen ETF-Sparplan einzusteigen.

Richtige Antwort: Erst den Dispo tilgen und einen Notgroschen aufbauen, dann investieren. Begründung: Beide fehlenden Bausteine zuerst schließen — sonst wird jede Marktschwäche zur Zwangslage.

2. Der Notgroschen

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du berechnen, wie groß dein persönlicher Notgroschen sein sollte.

Unterrichtszeit: ca. 6 Min.

Diskussionsfrage: Bemisst sich der Notgroschen an deinem Einkommen oder an deinen Ausgaben?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du hast keine Schulden und würdest gerne investieren. Dein Konto hat aber nur ein Monatsgehalt als Polster.

Richtige Antwort: Erst auf drei bis sechs Monatsausgaben aufstocken, bevor größere Summen investiert werden. Begründung: Ohne dieses Polster wird jede Anlage im Notfall zur Zwangsverkauf-Quelle, oft im ungünstigsten Moment.

3. Teure Schulden zuerst

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du begründen, warum das Tilgen teurer Schulden oft die beste verfügbare Geldanlage ist.

Unterrichtszeit: ca. 6 Min.

Diskussionsfrage: Warum ist die Rendite einer Tilgung mit einer Anlagerendite nicht direkt vergleichbar?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du hast 3.000 € zu 10 % Dispozinsen und überlegst, stattdessen in einen ETF zu investieren, der historisch etwa 7 % pro Jahr bringt.

Richtige Antwort: Erst tilgen, weil eine sichere Zinslast von 10 % eine unsichere Rendite von 7 % schlägt. Begründung: Tilgen bringt eine garantierte, steuerfreie Rendite in Höhe des Kreditzinses — schwer zu schlagen.

4. Was bleibt am Monatsende übrig

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du deine eigene Sparrate aus festen Ausgaben, schwankenden Ausgaben und Jahreskosten berechnen.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Welche Größe im Sparplan kannst du sicher beeinflussen?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du willst wissen, wie viel du monatlich sparen kannst, und zählst nur deine festen Fixkosten wie Miete zusammen.

Richtige Antwort: Auch schwankende Ausgaben und die Rücklage für Jahreskosten gehören dazu, sonst wird die Sparrate überschätzt. Begründung: Erst alle drei Größen zusammen ergeben die ehrliche, durchhaltbare Sparrate.

5. Versicherungen vor Vermögen

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du einschätzen, welche Risiken du versichern solltest, bevor du mit dem Vermögensaufbau beginnst.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Warum ist eine Versicherung rational, obwohl sie im Schnitt Geld kostet?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du hast ein gut laufendes Depot, aber keine Haftpflichtversicherung.

Richtige Antwort: Ein einziger großer Haftungsschaden kann ein über Jahre aufgebautes Depot auslöschen. Begründung: Existenzbedrohende Risiken gehören versichert, bevor man mit dem übrigen Geld Risiken am Markt eingeht.

6. Ziel und Zeithorizont

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du dein Sparziel und deinen Zeithorizont bestimmen und daraus die passende Anlageform ableiten.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Warum sinkt die Verlustwahrscheinlichkeit mit längerer Haltedauer?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du brauchst das Geld in zwei Jahren für eine Anzahlung, überlegst aber, es in Aktien zu investieren.

Richtige Antwort: Bei zwei Jahren Zeithorizont gehört das Geld nicht in schwankende Werte. Begründung: Nicht die Anlage bestimmt den Zeitraum, sondern der Zeitraum die passende Anlage.

7. Wie viel Verlust hältst du aus

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du deine eigene Risikotoleranz aus finanzieller und emotionaler Belastbarkeit einschätzen.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Was ist der Unterschied zwischen Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Rechnerisch könntest du 50 % Verlust locker verkraften, aber schon bei 10 % Minus schläfst du schlecht und willst verkaufen.

Richtige Antwort: Es gilt der niedrigere Wert — hier deine emotionale Grenze von 10 %. Begründung: Risikotoleranz hat zwei Teile, finanziell und emotional, und der kleinere Wert bestimmt die tatsächlich tragbare Risikohöhe.

8. Wann Anlegen für dich noch keinen Sinn ergibt

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erkennen, in welchen Lebenslagen Anlegen für dich noch die falsche Entscheidung ist.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Was kostet ein Jahr Wartezeit ungefähr, und was kann es einbringen?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Ein Bekannter in akuter finanzieller Notlage, ohne Rücklagen und mit hohen Schulden, fragt dich, ob er jetzt in Kryptowerte einsteigen soll, um schneller herauszukommen.

Richtige Antwort: Nein, in dieser Lage ist Anlegen die falsche Entscheidung. Begründung: Ohne Rücklagen und mit hohen Schulden gehört zuerst die Grundlage geklärt, bevor überhaupt an Anlegen zu denken ist.

Nach dem Paket

Direkter Anschluss an Stufe 0 (Fundament) unter Investieren verstehen. Für eine praktische Übung ohne echtes Geld eignet sich der Papertrading-Simulator.

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