Unterrichtspaket Praxis
Alle 17 Lektionen der Stufe 1 an einem Ort: Lernziel, Unterrichtszeit, Diskussionsfrage und Quiz-Lösung für die Vorbereitung — direkt einsetzbar, ohne selbst zusammenzustellen.
Warum dieses Paket
Stufe 1 (Praxis) baut direkt auf Stufe 0 auf: ein Depot eröffnen, die erste Order verstehen — immer noch ohne echtes Geld. Dieses Paket bündelt alle 17 Lektionen mit dem, was in der Unterrichtsplanung sonst selbst zusammengesucht werden müsste. Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren (Details auf der Für-Lehrkräfte-Seite).
Passendes Arbeitsblatt: Broker-Checkliste (ausfüllbares PDF) — passt direkt zu den ersten Lektionen dieser Stufe (Broker finden und vergleichen).
Zwei Wege, das Paket zu nutzen: als 2–3 zusammenhängende 45-Minuten-Blöcke (z. B. Broker/Depot, dann Order-Mechanik, dann Papertrading) oder als 17 einzelne 10–15-Minuten-Einstiege über mehrere Stunden verteilt.
Die 17 Lektionen
1. Einen seriösen Broker finden
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du einen seriösen Broker anhand seiner behördlichen Zulassung erkennen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min. (1 Min. Lesezeit + Diskussion)
Diskussionsfrage: Was prüfst du bei einem Broker zuerst?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Ein Anbieter wirbt mit besonders niedrigen Gebühren, nennt auf der Webseite aber keine Aufsichtsbehörde.
Richtige Antwort: Die fehlende Zulassung durch eine Aufsichtsbehörde ist das größere Warnsignal. Begründung: Die Zulassung durch eine Aufsichtsbehörde im eigenen Rechtsraum ist das wichtigste Prüfkriterium, alles andere kommt danach.
2. Broker vergleichen
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du zwei Broker anhand der tatsächlich relevanten Kosten vergleichen, nicht nur anhand der beworbenen Ordergebühr.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Warum ist eine Ordergebühr von null nicht automatisch günstig?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Zwei Broker werben beide mit 0 Euro Ordergebühr. Einer hat aber einen deutlich breiteren Spread und teure Fremdwährungsgebühren.
Richtige Antwort: Spread und Fremdwährungsgebühren können die 0-Euro-Werbung locker aufwiegen. Begründung: Entscheidend sind Spread, Ausführungsplätze, Fremdwährungsgebühren und ob Sparpläne kostenlos sind.
3. Wenn der Broker pleitegeht
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, was bei einer Broker-Insolvenz mit deinen Wertpapieren und mit deinem Bargeld passiert.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was passiert mit deinen Aktien bei einer Broker-Insolvenz?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Dein Broker meldet Insolvenz an. Du hältst 50.000 € in ETFs und zusätzlich 20.000 € Bargeld auf dem Verrechnungskonto.
Richtige Antwort: Die ETFs bleiben dein Eigentum, das Bargeld ist bis 100.000 € über die Einlagensicherung geschützt. Begründung: Wertpapiere gehören dir direkt, Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist eine Einlage und nur bis zur genannten Grenze geschützt.
4. Ein Depot eröffnen
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du eine Depoteröffnung selbstständig durchführen und weißt, worauf es dabei ankommt.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Warum sollte man die Erfahrungsfragen ehrlich beantworten?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du eröffnest ein Depot und wunderst dich über Fragen zu deiner bisherigen Anlageerfahrung.
Richtige Antwort: Es geht um die gesetzlich vorgeschriebene Einstufung deiner Erfahrung, neben Identitätsprüfung und Verrechnungskonto. Begründung: Diese drei Bausteine gehören zur Depoteröffnung, die insgesamt meist unter einer halben Stunde dauert.
5. Krypto-Börse und Broker
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du den Unterschied zwischen Kryptobörse und Broker anhand von Verwahrung und Rechtsstellung erklären.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was besitzt du bei einer krypto-besicherten Schuldverschreibung?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du kaufst über einen Broker ein Wertpapier auf Bitcoin, statt über eine Kryptobörse echte Bitcoin zu kaufen.
Richtige Antwort: Verwahrung und Rechtsstellung unterscheiden sich deutlich zwischen beiden Wegen. Begründung: Beim Broker kaufst du meist ein Wertpapier auf Krypto, bei einer Börse die Coins selbst — mit unterschiedlichen Rechten und Risiken.
6. Wallet, Private Key und Seed Phrase
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, was eine Seed Phrase ist und warum ihr Verlust den vollständigen Verlust der Coins bedeutet.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was verwahrt eine Wallet tatsächlich?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du verlierst deine Seed Phrase, hast aber noch Zugriff auf dein altes Smartphone mit der Wallet-App.
Richtige Antwort: Ohne Seed Phrase ist der Zugriff im Ernstfall, etwa bei einem neuen Gerät, endgültig verloren. Begründung: Eine Wallet verwahrt keine Coins, sondern nur die Schlüssel dazu — wer die Seed Phrase verliert, verliert den Zugriff endgültig.
7. Not your keys, not your coins
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, warum das Halten von Krypto auf einer Plattform ein anderes Risiko ist als das Halten in einer eigenen Wallet.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was besitzt du, wenn deine Coins auf einer Börse liegen?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du hältst Kryptowerte auf einer Handelsplattform, ohne die privaten Schlüssel selbst zu besitzen.
Richtige Antwort: Du besitzt in diesem Fall ein Versprechen der Plattform, nicht die Coins selbst. Begründung: Wer die Schlüssel nicht selbst hält, besitzt ein Versprechen — mehrere große Plattformzusammenbrüche haben genau das gezeigt.
8. Die Handelsoberfläche verstehen
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du dich in einer typischen Handelsoberfläche orientieren, ohne Eingabefehler zu riskieren.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was zeigt die Markttiefe im Orderbuch?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du eröffnest zum ersten Mal eine Handelsoberfläche und siehst Chart, Orderbuch, Positionsübersicht und Ordermaske gleichzeitig.
Richtige Antwort: Die Grundelemente sind bei den meisten Anbietern ähnlich aufgebaut — wer sie kennt, macht weniger Eingabefehler. Begründung: Chart, Orderbuch, Positionsübersicht und Ordermaske folgen überall einer ähnlichen Logik.
9. Order-Arten
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du Market-Order und Limit-Order unterscheiden und die richtige für eine Situation wählen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was garantiert eine Limit-Order und was nicht?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du gibst eine Market-Order auf, weil du unbedingt sofort ausgeführt werden willst.
Richtige Antwort: Die Market-Order garantiert die Ausführung, aber nicht den Preis. Begründung: Eine Limit-Order ist genau umgekehrt: Sie garantiert den Preis, nicht die Ausführung.
10. Stop-Loss richtig setzen
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du einen Stop-Loss an einer inhaltlich begründeten Stelle setzen statt an deinem Wunschbetrag.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was passiert bei einer Kurslücke über Nacht?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du setzt deinen Stop-Loss genau auf den Betrag, den du gerade noch bereit bist zu verlieren, ohne dabei auf den Chart zu schauen.
Richtige Antwort: Der Stop-Loss gehört an eine Stelle, die deine These widerlegt, nicht an deinen Wunschbetrag. Begründung: Ein Stop-Loss begrenzt den Verlust, garantiert aber keinen Preis, und er sollte an dem Punkt sitzen, an dem deine ursprüngliche Annahme widerlegt ist.
11. Spread, Slippage und Liquidität
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du Spread und Slippage als versteckte Handelskosten erkennen und benennen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was verlierst du, wenn du sofort kaufst und wieder verkaufst?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du kaufst zum angezeigten Preis von 100 €, deine Order wird aber tatsächlich zu 100,30 € ausgeführt.
Richtige Antwort: Das ist Slippage — die Abweichung zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungspreis. Begründung: Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, Slippage die Abweichung beim tatsächlichen Ausführungspreis — beides zusammen wirkt wie eine unsichtbare Gebühr.
12. Alle Gebühren, die dich Rendite kosten
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du die tatsächlichen Kosten einer Geldanlage abschätzen, nicht nur die sichtbare Ordergebühr.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Welche Kostenart wiegt langfristig schwerer?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du vergleichst zwei ETFs nur anhand der einmaligen Ordergebühr beim Kauf.
Richtige Antwort: Laufende Fondskosten wirken über die Haltedauer oft stärker als die einmalige Ordergebühr. Begründung: Laufende Fondskosten, Depotgebühren, Fremdwährungsaufschläge und der Spread fallen dauerhaft an und wirken deshalb oft stärker.
13. Währungsrisiko
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, welches Währungsrisiko bei einer Auslandsanlage tatsächlich zählt.
Unterrichtszeit: ca. 6 Min.
Diskussionsfrage: Verschwindet das Währungsrisiko, wenn ein ETF in Euro notiert?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du kaufst einen in Euro gehandelten ETF, der US-Aktien enthält.
Richtige Antwort: Das Währungsrisiko hängt von der Währung der enthaltenen Werte ab, nicht von der Handelswährung des ETFs. Begründung: Da die enthaltenen Aktien in US-Dollar notieren, schwankt neben dem Kurs auch der Euro-Dollar-Wechselkurs mit.
14. Handelszeiten
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, warum Handelszeiten die Qualität deiner Orderausführung beeinflussen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Warum ist die Eröffnungsphase ungünstig für eine Order?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du platzierst eine Order kurz vor Börsenschluss, außerhalb der Kernhandelszeit.
Richtige Antwort: Außerhalb der Kernhandelszeiten sind Spreads meist breiter und die Preisstellung schlechter. Begründung: Weniger Marktteilnehmer bedeuten geringere Liquidität und damit ungünstigere Preise.
15. Der Sparplan
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, warum der eigentliche Wert eines Sparplans darin liegt, dir die Entscheidung abzunehmen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Ist ein Sparplan renditestärker als eine Einmalanlage?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du fragst dich, ob ein Sparplan automatisch höhere Renditen bringt als eine Einmalanlage.
Richtige Antwort: Der Wert liegt nicht in einem Renditevorteil, sondern darin, dass die Entscheidung jedes Mal abgeschafft wird. Begründung: Ein Sparplan kauft automatisch in festen Abständen für einen festen Betrag, ganz ohne erneute Entscheidung.
16. Papertrading
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du einschätzen, was Papertrading wirklich trainiert und was es nicht ersetzen kann.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was lernst du im Demokonto nicht?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du übst monatelang mit einem Papertrading-Konto und fühlst dich bereit für echtes Geld.
Richtige Antwort: Papertrading ist sinnvoll für Abläufe und Regeln, aber wertlos für die Einschätzung der eigenen Belastbarkeit unter echtem Druck. Begründung: Üben ohne echtes Geld hilft bei Mechanik und Disziplin, sagt aber nichts darüber aus, wie du unter echtem finanziellem Druck reagierst.
17. Deine erste Order
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du eine erste Order im Demokonto kontrolliert und mit den nötigen Prüfungen platzieren.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Warum eine Limit-Order leicht über dem aktuellen Kurs?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du gibst deine erste Order auf einem Demokonto auf, ohne die Angaben vor dem Absenden zu prüfen.
Richtige Antwort: Auch im Demokonto lohnt sich die Kontrolle, um dieselben Abläufe wie bei echtem Geld einzuüben. Begründung: Die Kontrollen vor dem Absenden sollten von Anfang an zur Routine werden, damit sie bei echtem Geld sitzen.
Nach dem Paket
Direkter Anschluss an Stufe 2 (Risiko und Psychologie) — dafür gibt es ein eigenes Unterrichtspaket. Für eine praktische Übung ohne echtes Geld eignet sich weiterhin der Papertrading-Simulator.