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Unterrichtspaket Risiko und Psychologie

Alle 17 Lektionen der Stufe 2 an einem Ort: Lernziel, Unterrichtszeit, Diskussionsfrage und Quiz-Lösung für die Vorbereitung — direkt einsetzbar, ohne selbst zusammenzustellen.

17 Lektionen · als 2–3 Blöcke à 45 Min. Zuletzt geprüft: 2026-09-11

Warum dieses Paket

Stufe 2 (Risiko und Psychologie) ist nach eigener Einordnung der Seite die wichtigste Stufe des Lehrgangs: Hier entscheidet sich, wer langfristig übrig bleibt. Positionsgröße, Drawdown, die typischen psychologischen Fallen und das Trading-Tagebuch. Dieses Paket bündelt alle 17 Lektionen mit dem, was in der Unterrichtsplanung sonst selbst zusammengesucht werden müsste. Empfohlenes Alter: ab 15 Jahren (Details auf der Für-Lehrkräfte-Seite).

Passendes Arbeitsblatt: Trading-Tagebuch (ausfüllbares PDF) — direkter Bezug zur gleichnamigen Lektion in dieser Stufe.

Zwei Wege, das Paket zu nutzen: als 2–3 zusammenhängende 45-Minuten-Blöcke (z. B. Positionsgröße/Kennzahlen, dann Hebel/Liquidation, dann Psychologie) oder als 17 einzelne 10–15-Minuten-Einstiege über mehrere Stunden verteilt.

Die 17 Lektionen

1. Kapitalerhalt vor Gewinn

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du begründen, warum Kapitalerhalt vor Renditemaximierung kommen muss.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min. (1 Min. Lesezeit + Diskussion)

Diskussionsfrage: Warum ist ein Totalverlust nicht mit hoher Rendite aufholbar?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du hast in einem Jahr 40 % deines Kontos verloren. Ein Bekannter meint, ein gutes Jahr danach würde das locker wieder ausgleichen. Was übersieht er?

Richtige Antwort: Er braucht etwa 67 % Rendite, um wieder beim Ausgangswert zu sein. Begründung: Von 6.000 € zurück auf 10.000 € sind rund 67 % nötig. Genau deshalb ist Kapitalerhalt keine Nebensache, sondern die Voraussetzung für jede weitere Rendite.

2. Die Ein-Prozent-Regel

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du die Ein-Prozent-Regel auf eine eigene Position anwenden.

Unterrichtszeit: ca. 6 Min.

Diskussionsfrage: Was genau begrenzt die Ein-Prozent-Regel?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Dein Konto hat 20.000 €. Für eine Position bist du bereit, im schlimmsten Fall 800 € zu verlieren, falls dein Stop-Loss greift.

Richtige Antwort: Das sind 4 % des Kontos und übersteigt die übliche Ein-Prozent-Grenze deutlich. Begründung: 800 € entsprechen 4 % von 20.000 €. Bei einer Serie von Fehlschlägen wäre das Konto damit viel schneller angeschlagen als bei einer Ein-Prozent-Position.

3. Positionsgröße berechnen

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du deine Positionsgröße aus erlaubtem Verlust und Stop-Abstand berechnen, statt sie zu schätzen.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Wie lautet die Grundformel für die Stückzahl?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Konto: 10.000 €. Erlaubtes Risiko: 1 % (100 €). Einstieg bei 50 €, Stop-Loss bei 48 € — Abstand 2 €.

Richtige Antwort: 50 Stück, weil 100 € erlaubter Verlust geteilt durch 2 € Abstand 50 ergibt. Begründung: Positionsgröße = erlaubter Verlust ÷ Abstand zum Stop-Loss. So bleibt der maximale Verlust unabhängig von der Kursgröße immer bei 100 €.

4. Chancen-Risiko-Verhältnis

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du das Chance-Risiko-Verhältnis einer Position berechnen und beurteilen, ob eine Strategie tragfähig ist.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Welche Trefferquote braucht ein Verhältnis von drei zu eins für ein Nullergebnis?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Eine Strategie trifft nur in 30 % der Fälle. Im Gewinnfall ist der Gewinn im Schnitt aber fünfmal so groß wie der durchschnittliche Verlust.

Richtige Antwort: Trotz niedriger Trefferquote kann die Strategie durch das günstige Chancen-Risiko-Verhältnis tragfähig sein. Begründung: Selbst bei nur 30 % Treffern gleicht ein Verhältnis von 1 zu 5 viele Fehlschläge mehr als aus — das zeigt der Erwartungswert.

5. Trefferquote und Erwartungswert

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du den Erwartungswert einer Strategie aus Trefferquote, Durchschnittsgewinn und Durchschnittsverlust berechnen.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Wie berechnet man den Erwartungswert eines Trades?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Trefferquote 40 %, durchschnittlicher Gewinn 300 €, durchschnittlicher Verlust 150 €. Trägt diese Strategie langfristig?

Richtige Antwort: Ja, positiv: rund +30 € pro Trade (0,4 × 300 − 0,6 × 150). Begründung: 0,4 × 300 € = 120 €, 0,6 × 150 € = 90 €. 120 minus 90 ergibt einen Erwartungswert von +30 € pro Trade.

6. Drawdown

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du berechnen, wie viel Gewinn ein bestimmter Verlust wieder ausgleichen muss, und warum das für Risikobegrenzung spricht.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Welcher Gewinn gleicht einen Verlust von 80 Prozent aus?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Dein Depot fällt von 10.000 € auf 6.000 € (−40 %). Wie viel Rendite brauchst du ab jetzt, um wieder bei 10.000 € zu sein?

Richtige Antwort: Etwa 67 %, weil die Rechenbasis nach dem Verlust kleiner ist. Begründung: 6.000 € × 1,67 ≈ 10.000 €. Je tiefer der Rückgang, desto überproportional größer der nötige Ausgleich.

7. Diversifikation

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du beurteilen, ob ein Portfolio wirklich gestreut ist oder nur aus vielen ähnlichen Positionen besteht.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Welches Risiko lässt sich wegdiversifizieren und welches nicht?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du hältst zehn verschiedene Aktien — alle aus der Halbleiterbranche.

Richtige Antwort: Das ist kaum Diversifikation, weil sich die Bestandteile bei Branchennews ähnlich bewegen. Begründung: Streuung wirkt nur, wenn sich die Bestandteile unterschiedlich verhalten. Eine Branchen-News trifft hier praktisch das ganze Depot gleichzeitig.

8. Der Hebel

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du berechnen, welcher Kursverlust bei einem bestimmten Hebel zum Totalverlust führt.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Bei welcher Kursbewegung ist bei Hebel 25 der Einsatz weg?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du eröffnest eine gehebelte Position mit Hebel 20.

Richtige Antwort: Bei 5 % Kursverlust in die falsche Richtung ist dein Einsatz komplett weg. Begründung: 100 geteilt durch 20 ergibt 5 %. Genau diese Bewegung genügt für den Totalverlust.

9. Liquidation

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, wann und warum eine gehebelte Position automatisch zwangsgeschlossen wird.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Warum liegt die tatsächliche Liquidationsschwelle näher am Einstieg als 1 geteilt durch den Hebel?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Deine gehebelte Position nähert sich der Liquidationsschwelle.

Richtige Antwort: Liquidation passiert automatisch, sobald die Sicherheit nicht mehr reicht — egal, ob du gerade am Bildschirm bist. Begründung: Der Anbieter schließt die Position zwangsweise, ohne Rückfrage, oft genau im schlechtesten Moment.

10. CFDs und warum Aufsichtsbehörden warnen

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, warum CFDs als gehebeltes Produkt gelten und weshalb Aufsichtsbehörden davor warnen.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Was besitzt du beim Kauf eines CFDs?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: CFD-Anbieter müssen offenlegen, wie viele ihrer Privatkunden mit CFDs Geld verlieren.

Richtige Antwort: Die Quote liegt meist bei etwa 70 bis 80 Prozent. Begründung: Diese Quoten sind bei fast allen Anbietern öffentlich einsehbar und liegen konstant in diesem Bereich.

11. Angst und Gier

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erkennen, wie Angst und Gier deine eigenen Kauf- und Verkaufsentscheidungen systematisch verzerren.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Warum versagen gute Vorsätze in einer Krise?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Die Kurse steigen seit Monaten, die Stimmung ist euphorisch. Kurz danach folgen ein Crash und Panikverkäufe.

Richtige Antwort: Angst und Gier sorgen typischerweise dafür, dass viele nahe am Hoch kaufen und nahe am Tief verkaufen. Begründung: Gier treibt den Einstieg spät in der Euphorie, Angst treibt den Ausstieg tief in der Panik — beides zum jeweils schlechtesten Zeitpunkt.

12. FOMO

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du FOMO in deiner eigenen Einstiegsentscheidung erkennen, bevor sie dich zum ungünstigsten Zeitpunkt einsteigen lässt.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Warum steigt man bei FOMO strukturell spät ein?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Ein Kurs ist in wenigen Tagen um 80 % gestiegen. Erst jetzt hörst du zum ersten Mal davon und willst schnell noch einsteigen.

Richtige Antwort: Das ist ein klassisches FOMO-Signal — die Bewegung ist oft schon gelaufen, wenn sie so auffällt. Begründung: FOMO führt gerade dann zum Einstieg, wenn eine Bewegung schon fast vorbei ist — der schlechtestmögliche Zeitpunkt.

13. Verlustaversion

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, warum Verlustaversion dazu führt, Verlustpositionen zu lange und Gewinnpositionen zu kurz zu halten.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Was besagt die Prospect Theory über Verluste?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du hältst eine Verlustposition schon lange, obwohl dein Plan längst einen Ausstieg vorsähe. Eine Gewinnposition hast du dagegen viel zu früh verkauft.

Richtige Antwort: Das ist Verlustaversion: Verluste schmerzen stärker als gleich große Gewinne erfreuen. Begründung: Genau dieses Ungleichgewicht führt dazu, dass Verlierer zu lange gehalten und Gewinner zu früh verkauft werden.

14. Bestätigungsfehler

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du den Bestätigungsfehler in deinem eigenen Anlageverhalten erkennen und gegensteuern.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Auf welchen Ebenen wirkt der Bestätigungsfehler?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Seit du eine Aktie gekauft hast, liest du nur noch positive Nachrichten dazu und blendest Warnsignale aus.

Richtige Antwort: Das ist der Bestätigungsfehler — er verzerrt deine Einschätzung systematisch zu deinen eigenen Gunsten. Begründung: Wer eine Position hält, sucht unbewusst nach stützenden Informationen und übersieht gegenteilige — der Markt bestraft das zuverlässig.

15. Overtrading und Rachetrading

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du Overtrading und Rachetrades bei dir selbst erkennen, bevor sie ein Konto beenden.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Warum ist der Rachetrade das Gegenteil von wachstumsoptimalem Verhalten?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Nach einem Verlust-Trade eröffnest du sofort eine neue, größere Position, um den Verlust schnell wieder wettzumachen.

Richtige Antwort: Das ist ein Rachetrade — eine der gefährlichsten Formen von Overtrading. Begründung: Der Rachetrade nach einem Verlust kostet zusätzliche Gebühren, erzeugt neue Fehler und beendet regelmäßig ganze Konten.

16. Das Trading-Tagebuch

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du ein Trading-Tagebuch führen, das deine tatsächliche Leistung ehrlich sichtbar macht.

Unterrichtszeit: ca. 5 Min.

Diskussionsfrage: Was ist der Ergebnisfehler?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du bist überzeugt, insgesamt profitabel zu handeln, kannst dich aber vor allem an deine Gewinner-Trades erinnern.

Richtige Antwort: Nur ein Trading-Tagebuch zeigt die tatsächliche Leistung, weil die Erinnerung Gewinner überbewertet. Begründung: Ohne Aufzeichnungen erinnert man sich an Gewinner und vergisst Verlierer. Das Tagebuch ist das einzige verlässliche Mittel gegen diese Verzerrung.

17. Wann man aufhören sollte

Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erkennen, an welchen Anzeichen sich eine sinnvolle Aufhör-Entscheidung festmacht.

Unterrichtszeit: ca. 6 Min.

Diskussionsfrage: Warum sind bisherige Verluste kein Argument für das Weitermachen?

Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)

Situation: Du hast mehrmals gegen deinen eigenen Handelsplan gehandelt und dabei wiederholt Geld verloren.

Richtige Antwort: Das ist ein klares Signal für eine Pause oder ein Ende — Weitermachen hat hier keinen vernünftigen Erwartungswert mehr. Begründung: Aufhören ist keine Niederlage, sondern eine reguläre Entscheidung, wenn die eigenen Regeln wiederholt gebrochen werden.

Nach dem Paket

Direkter Anschluss an Stufe 3 (Analyse) unter Investieren verstehen. Diese Stufe ist außerdem ein guter Zeitpunkt, um die Trading-Tagebuch-Gewohnheit fest im Papertrading-Simulator zu verankern, falls noch nicht geschehen.

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