Unterrichtspaket Analyse
Alle 20 Lektionen der Stufe 3 an einem Ort: Lernziel, Unterrichtszeit, Diskussionsfrage und Quiz-Lösung für die Vorbereitung — direkt einsetzbar, ohne selbst zusammenzustellen.
Warum dieses Paket
Stufe 3 (Analyse) lehrt, selbst zu beurteilen statt nachzuplappern — am wichtigsten für Lernende, die aktiv handeln oder einzelne Aktien und Coins auswählen wollen. Wer breit gestreut per Sparplan investiert, kann diese Stufe auch später oder in Auszügen behandeln; das ist keine Vorstufe, die jeder zwingend braucht. Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren (Details auf der Für-Lehrkräfte-Seite).
Arbeitsblätter: kein einzelnes Blatt passt hier 1:1 — die Vorlagen-Übersicht bietet je nach Schwerpunkt passendes Material (z. B. Broker-Checkliste oder Depot-Übersicht).
Wie das Paket nutzen: 20 Lektionen sind zu viel für eine Sitzung — realistischer sind mehrere zusammenhängende 45-Minuten-Einheiten nach Themenblock (z. B. Chartanalyse Nr. 1–7, Fundamentalanalyse Nr. 8–13, Markteinordnung Nr. 14–20), oder einzelne Lektionen passend zum gerade behandelten Thema.
Die 20 Lektionen
1. Was ist der Unterschied zwischen Fundamentalanalyse und technischer Analyse?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du fundamentale und technische Analyse unterscheiden und einschätzen, wofür sich welche eignet.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Worin liegt die Hauptschwäche der Fundamentalanalyse?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du willst wissen, ob eine Aktie langfristig unterbewertet ist, schaust dir aber nur den Kursverlauf der letzten Woche an.
Richtige Antwort: Für die Frage nach dem langfristigen Wert brauchst du eher fundamentale Kennzahlen als kurzfristige Kursmuster. Begründung: Die Fundamentalanalyse fragt, was etwas wert ist, die technische Analyse, was der Preis gerade macht — beides passt zu unterschiedlichen Fragen und Zeiträumen.
2. Wie lese ich einen Kerzenchart richtig?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du eine einzelne Kerze in einem Chart lesen und ihre vier Werte benennen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Welche Information geht in einer Kerze verloren?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du siehst eine einzelne Kerze in einem Chart und suchst dort nach Informationen zum Handelsvolumen.
Richtige Antwort: Eine Kerze zeigt nur Eröffnung, Schluss, Hoch und Tief — das Volumen wird separat dargestellt. Begründung: Zusammen mit dem separat gezeigten Volumen ist das die gesamte Information, die ein Chart enthält.
3. Wie erkenne ich einen Aufwärts- oder Abwärtstrend?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du einen Auf- oder Abwärtstrend anhand von Hochs und Tiefs erkennen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Wie ist ein Aufwärtstrend definiert?
4. Was sind Unterstützung und Widerstand im Chart?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du Unterstützungs- und Widerstandszonen in einem Chart erkennen und ihre Wirkung erklären.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Warum bremst ein früheres Kursniveau einen Anstieg?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Ein Kurs stoppt wiederholt an derselben Marke, und du fragst dich, warum.
Richtige Antwort: Die Wirkung beruht teils auf echten Orders, teils auf sich selbst erfüllender Erwartung vieler Marktteilnehmer. Begründung: Weil viele Marktteilnehmer dieselbe Marke beobachten, verstärkt sich die Wirkung selbst.
5. Wie zeichne ich eine Trendlinie und was taugt sie?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du eine Trendlinie einzeichnen und ihre Grenzen als Werkzeug einschätzen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Warum wirkt Chartanalyse im Rückblick überzeugender?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Zwei Analysten zeichnen für denselben Chart völlig unterschiedliche Trendlinien ein.
Richtige Antwort: Wegen der Freiheitsgrade beim Zeichnen sind Trendlinien leicht unterschiedlich interpretierbar. Begründung: Eine Trendlinie verbindet aufeinanderfolgende Tief- oder Hochpunkte und ist nützlich zur Strukturierung, aber wegen dieser Freiheitsgrade leicht zu manipulieren.
6. Funktionieren Chartmuster wie Kopf-Schulter oder Dreiecke?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du gängige Chartformationen einordnen, ohne ihnen mehr Beweiskraft zuzuschreiben, als Tests zeigen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Warum sind Chartmuster schwer zu überprüfen?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Ein bekanntes Chartmuster wird in einem Video als zuverlässiges Kaufsignal beworben.
Richtige Antwort: Wo Chartmuster streng getestet wurden, fällt der Befund überwiegend schwach aus. Begründung: Die bekannten Formationen sind anschaulich, aber schwer eindeutig zu definieren — das schwächt ihre Zuverlässigkeit in echten Tests.
7. Was ist ein gleitender Durchschnitt und wie wird er verwendet?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, wie ein gleitender Durchschnitt entsteht und warum er der Kursbewegung immer hinterherhinkt.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Worin unterscheidet sich der exponentielle vom einfachen Durchschnitt?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Ein gleitender Durchschnitt zeigt eine Trendwende erst deutlich, nachdem der Kurs schon gedreht hat.
Richtige Antwort: Das liegt am Wesen des gleitenden Durchschnitts — er glättet, folgt der Richtung aber mit Verzögerung. Begründung: Ein gleitender Durchschnitt mittelt über die letzten Perioden, zeigt die Richtung deutlicher, aber eben mit Verzögerung.
8. Was messen RSI, MACD und Bollinger Bänder?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du die drei gängigsten technischen Indikatoren benennen und wovon sie abgeleitet sind.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was misst der RSI?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du liest von RSI, MACD und Bollinger-Bändern und fragst dich, worauf diese eigentlich basieren.
Richtige Antwort: Alle drei werden ausschließlich aus dem bisherigen Kursverlauf abgeleitet. Begründung: RSI misst relative Stärke, MACD den Abstand zweier Durchschnitte, Bollinger-Bänder den Abstand zur normalen Schwankungsbreite — alle drei aus demselben Rohmaterial.
9. Können Indikatoren die Zukunft vorhersagen?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du begründen, warum kein Indikator die Zukunft vorhersagen kann.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Warum kann ein Indikator die Zukunft nicht enthalten?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du erwartest von einem technischen Indikator eine zuverlässige Vorhersage der Zukunft.
Richtige Antwort: Ein Indikator wird aus vergangenen Kursen berechnet und kann deshalb nur beschreiben, was war. Begründung: Wer von einem Indikator mehr als eine Beschreibung der Vergangenheit erwartet, missversteht das Werkzeug.
10. Wie lese ich die Bilanz eines Unternehmens?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du die vier wichtigsten Bilanzposten eines Unternehmens lesen und einordnen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Wie lautet die Bilanzgleichung?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du willst dir schnell einen ersten Eindruck von der finanziellen Lage eines Unternehmens verschaffen.
Richtige Antwort: Vier Posten reichen für einen ersten Eindruck: Vermögen, Schulden, Eigenkapital und liquide Mittel. Begründung: Diese vier Posten zeigen, was ein Unternehmen besitzt und wie es finanziert ist.
11. Was sagen KGV, KBV, Eigenkapitalquote und Dividendenrendite aus?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du Unternehmenskennzahlen innerhalb einer Branche sinnvoll vergleichen, statt sie branchenübergreifend fehlzudeuten.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was drückt ein hohes KGV aus?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du vergleichst eine Kennzahl eines Technologieunternehmens direkt mit der eines Versorgers aus einer völlig anderen Branche.
Richtige Antwort: Kennzahlen sind innerhalb einer Branche nützlich, über Branchen hinweg aber oft irreführend. Begründung: Kennzahlen verdichten eine Firma auf wenige Werte — nützlich beim Vergleich ähnlicher Firmen, irreführend über Branchengrenzen hinweg.
12. Wie lese ich einen Geschäftsbericht, ohne Buchhalter zu sein?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du gezielt die wenigen Abschnitte eines Geschäftsberichts finden, die für eine Einschätzung wirklich zählen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Warum ist die Kapitalflussrechnung aufschlussreicher als der Gewinn?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Ein Geschäftsbericht hat dreihundert Seiten, und du hast nur eine halbe Stunde Zeit.
Richtige Antwort: Wer weiß, welche etwa zehn Seiten zählen, kommt in einer halben Stunde zu einem Eindruck. Begründung: Von dreihundert Seiten zählen nur etwa zehn wirklich — der Rest ist meist Standardtext.
13. Wie berechnet man den fairen Wert eines Unternehmens?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du erklären, wie sich der Wert eines Unternehmens aus künftigen Zahlungen ableitet, und warum die Annahmen dabei entscheidend sind.
Unterrichtszeit: ca. 6 Min.
Diskussionsfrage: Warum ist Geld in der Zukunft weniger wert?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du sollst den Wert einer Firma bestimmen und findest die Formel dafür kompliziert.
Richtige Antwort: Die Rechnung ist einfach — Summe aller künftigen Zahlungen, abgezinst auf heute —, schwierig sind die Annahmen darin. Begründung: Die eigentliche Herausforderung liegt in den Annahmen über künftiges Wachstum, Zinsen und Risiko, nicht in der Formel selbst.
14. Was ist On-Chain-Analyse und was kann sie leisten?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du einschätzen, was On-Chain-Kennzahlen zeigen können und wo ihre Grenzen liegen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was ist das methodische Kernproblem der On-Chain-Analyse?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du liest On-Chain-Kennzahlen zu einer Kryptowährung und gehst davon aus, dass sich jede Wallet-Adresse eindeutig einer Person zuordnen lässt.
Richtige Antwort: Zuordnungsprobleme begrenzen die Aussagekraft solcher Kennzahlen deutlich. Begründung: Bei öffentlichen Blockchains sind zwar alle Transaktionen einsehbar, aber wer dahintersteckt, bleibt oft unklar.
15. Was ist Tokenomics und worauf muss ich achten?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du Angebot, Verteilung und Freigabeplan eines Tokens auf Warnsignale hin prüfen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Was ist die vollständig verwässerte Bewertung?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du investierst in einen Token, ohne dir Angebot, Verteilung und Freigabeplan anzuschauen.
Richtige Antwort: Ohne diesen Blick kaufst du oft in eine Struktur, die planmäßig gegen dich arbeitet, etwa durch geplante Freigaben an frühe Investoren. Begründung: Tokenomics beschreibt genau diese Struktur — wer sie ignoriert, übersieht oft eingebaute Verkaufsdruck-Mechanismen.
16. Wie erkenne ich ein unseriöses Krypto-Projekt?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du ein Krypto-Whitepaper auf die drei wichtigsten Warnzeichen hin prüfen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Welche vier Bereiche sollte man prüfen?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Ein Whitepaper zu einem neuen Krypto-Projekt nennt keine echten Namen für das Gründerteam und verspricht garantierte Erträge.
Richtige Antwort: Anonyme Gründer und Ertragsversprechen gehören zu den wichtigsten Warnzeichen. Begründung: Anonyme Gründer, fehlende technische Substanz und Ertragsversprechen sind die drei wichtigsten Warnzeichen bei einem Whitepaper.
17. Wie wirken Leitzinsen und Konjunkturdaten auf die Märkte?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du einschätzen, warum der Leitzins und Konjunkturdaten Finanzmärkte bewegen.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Über welche Kanäle wirkt der Leitzins?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Die Zentralbank kündigt eine Leitzinsänderung an, und du fragst dich, warum das für so viele verschiedene Anlagen relevant ist.
Richtige Antwort: Der Leitzins setzt den Vergleichsmaßstab für praktisch jede Anlage, deshalb wirkt er so breit. Begründung: Der Leitzins ist die wichtigste einzelne Größe für Finanzmärkte — auch Konjunkturdaten wirken vor allem über ihre Wirkung auf Zinserwartungen.
18. Kann ich mit Nachrichten aus den Medien noch Geld verdienen?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du begründen, warum bekannte Nachrichten meist schon im Kurs enthalten sind.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Wie schnell verarbeiten Märkte geplante Veröffentlichungen?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du liest eine positive Nachricht zu einer Aktie in den Abendnachrichten und willst am nächsten Morgen darauf reagieren.
Richtige Antwort: Professionelle Marktteilnehmer haben die Nachricht meist schon lange vor dir verarbeitet. Begründung: Handelbar ist nur der unerwartete Teil einer Nachricht, und den siehst du in den Abendnachrichten meist nicht mehr.
19. Wem kann ich bei Finanzthemen im Internet glauben?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du eine Finanzquelle danach beurteilen, wie sie selbst Geld verdient.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Welche Frage stellst du bei jeder Finanzquelle zuerst?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Ein Finanz-Influencer empfiehlt dir einen bestimmten Broker, bei dem er eine Provision für jede Anmeldung über seinen Link erhält.
Richtige Antwort: Die entscheidende Frage ist, wie die Quelle Geld verdient — hier verdient sie an deiner Anmeldung, nicht an deinem Erfolg. Begründung: Wer daran verdient, dass du handelst oder dich anmeldest, gibt dir andere Ratschläge als jemand, der daran nicht verdient.
20. Wie unterscheiden sich Privatanleger, Daytrader, Hedgefonds und Market Maker?
Lernziel: Nach dieser Lektion kannst du benennen, welche unterschiedlichen Marktteilnehmer existieren und wie das Marktbewegungen erklärt.
Unterrichtszeit: ca. 5 Min.
Diskussionsfrage: Woran verdient ein Market Maker in erster Linie?
Quiz-Lösung anzeigen (für die Vorbereitung)
Situation: Du gehst davon aus, dass der Markt ein einzelner, einheitlicher Gegner ist, gegen den du antrittst.
Richtige Antwort: Der Markt besteht aus vielen verschiedenen Teilnehmern mit unterschiedlichen Zielen, Kapital und Zeithorizonten. Begründung: Zu wissen, wer sonst noch handelt, erklärt viele Marktbewegungen, die sonst willkürlich wirken.
Nach dem Paket
Für alle, die weiter wollen: Unterrichtspaket Fortgeschritten (Stufe 4, freiwillig). Wer breit per Sparplan investiert, kann auch direkt bei Investieren verstehen abschließen.