Stufe 4
60 Fragen
Was ist die größte Schwäche der Fundamentalanalyse?
Dass schon kleine Änderungen bei den Annahmen das Ergebnis stark verändern. Heraus kommt eine Spanne, keine genaue Zahl.
Welcher technische Ansatz hält Überprüfungen am ehesten stand?
Momentum. Für die meisten klassischen Chartmuster sind die Belege schwach.
Welche Unterscheidung ist für dich am wichtigsten?
Die zwischen prüfbaren Regeln und Aussagen, die erst hinterher eindeutig werden.
Welche Information geht in einer Kerze verloren?
Die Reihenfolge der Kursbewegungen innerhalb des Zeitraums.
Wann solltest du logarithmisch skalieren?
Bei langen Zeiträumen und stark gestiegenen Werten, weil Rendite in Prozent gemessen wird.
Was bedeutet eine große Bewegung bei wenig Volumen?
Dass nur wenige sie verursacht haben. Sie sagt weniger aus.
Woran erkennst du einen Aufwärtstrend?
An aufeinanderfolgenden höheren Hochs und höheren Tiefs.
Warum kommt jede Trendaussage zu spät?
Weil ein Hoch oder Tief erst als solches erkennbar ist, wenn sich der Kurs danach in die Gegenrichtung bewegt hat.
Welcher Trendeffekt ist am besten belegt?
Momentum über einige Monate, allerdings mit heftigen Rückschlägen, wenn der Markt dreht.
Warum bremst ein früheres Kursniveau einen Anstieg?
Weil dort viele Anleger ähnlich viel bezahlt haben und ohne Verlust verkaufen wollen.
Warum ist es schwierig, solche Marken zu überprüfen?
Weil man beim Einzeichnen viel Spielraum hat und die Regel leicht nachträglich an die Daten anpasst.
Was passiert meistens, wenn eine Marke mehrmals getestet wird?
Sie wird schwächer, weil die dort wartenden Aufträge abgearbeitet werden.
Warum wirkt Chartanalyse im Rückblick überzeugender?
Weil die Linien ausgewählt werden, nachdem man das Ergebnis schon kennt. Das ist Overfitting.
Welche Rolle spielt die Skalierung?
Eine Linie, die auf linearer Skala gerade ist, ist auf logarithmischer gekrümmt. Beide Darstellungen führen zu anderen Aussagen.
Was macht aus einer Trendlinie eine prüfbare Methode?
Vorher festgelegte Regeln für Hoch und Tiefpunkte, Berührungen, Toleranz, Skala und Bruch.
Warum sind Chartmuster schwer zu überprüfen?
Weil sie sich kaum eindeutig festlegen lassen und das Erkennen subjektiv bleibt.
Was passiert, wenn man sehr viele Muster testet?
Einige sehen allein durch Zufall gut aus. Ohne Korrektur für die Zahl der Versuche ist ein einzelner guter Befund wertlos.
Was zeigen Versuche mit ausgedachten Kursverläufen?
Dass Menschen darin dieselben Muster erkennen wie in echten Charts.
Was unterscheidet den exponentiellen vom einfachen Durchschnitt?
Er gewichtet die jüngsten Tage stärker, reagiert schneller und liefert dafür mehr Fehlsignale.
Warum lassen sich Kreuzungsregeln besser prüfen als Chartmuster?
Weil man sie eindeutig aufschreiben kann.
Wie verhalten sich solche Regeln in Seitwärtsphasen?
Sie liefern eine Reihe kleiner Verluste, weil die Linien ständig hin und her kreuzen.
Was misst der RSI?
Das Verhältnis der durchschnittlichen Anstiege zu den durchschnittlichen Rückgängen über einen gewählten Zeitraum.
Warum versagt der RSI in starken Trends?
Weil er dort lange im Extrembereich bleibt und immer wieder eine Umkehr anzeigt, die nicht kommt.
Welche Annahme steckt in den Bollinger Bändern?
Dass die Kursbewegungen normalverteilt sind. In Wirklichkeit sind extreme Bewegungen häufiger, und der Kurs verlässt die Bänder öfter.
Warum kann ein Indikator nichts über die Zukunft enthalten?
Weil er ausschließlich aus vergangenen Kursen berechnet wird.
Welchen Zielkonflikt hat jede Glättung?
Stärkere Glättung heißt weniger Fehlsignale und mehr Verspätung, schwächere Glättung das Gegenteil.
Warum hilft es wenig, viele Indikatoren zu kombinieren?
Weil sie alle aus derselben Kursreihe stammen und sich sehr ähnlich bewegen, also nichts Unabhängiges beitragen.
Wie lautet die Grundregel der Bilanz?
Vermögen gleich Schulden plus Eigenkapital. Beide Seiten sind immer gleich groß.
Warum reicht die Höhe der Schulden allein nicht?
Weil es darauf ankommt, wann sie fällig werden. Was bald fällig ist, muss durch Vermögen gedeckt sein, das bald verfügbar ist.
Welches Warnzeichen kannst du in den Zahlen erkennen?
Einen ausgewiesenen Gewinn, der über Jahre deutlich über dem Geldfluss aus dem laufenden Geschäft liegt.
Was drückt ein hohes KGV aus?
Hohe Erwartungen an das Wachstum oder dass Anleger mit wenig Rendite zufrieden sind. Teuer ist die Aktie damit nicht automatisch.
Warum ist das KGV bei Firmen mit schwankenden Gewinnen tückisch?
Am Gipfel der Gewinne wirkt es niedrig und im Tal hoch, obwohl die Lage jeweils umgekehrt ist.
Warum sagt das KBV bei Softwarefirmen wenig?
Weil selbst geschaffene Werte wie Software oder Marken meistens gar nicht in der Bilanz stehen.
Warum sagt die Kapitalflussrechnung mehr als der Gewinn?
Weil sie weniger Spielraum zum Schönrechnen bietet als der ausgewiesene Gewinn.
Wo gibt es in der Buchhaltung den meisten Spielraum?
Beim Verbuchen von Umsatz, beim Aktivieren von Entwicklungskosten und bei der Frage, ob der Wert zugekaufter Firmen noch stimmt.
Was sind besonders wichtige Prüfungssachverhalte?
Bereiche, die der Prüfer nennt, weil dort die größten Spielräume und Fehlerrisiken lagen.
Warum ist Geld in der Zukunft weniger wert?
Weil du warten musst und weil nicht sicher ist, ob es kommt. Deshalb rechnet man es auf heute zurück.
Welcher Teil bestimmt eine Bewertung meistens?
Der Restwert, also die Annahmen für die Zeit nach dem eigentlichen Prognosezeitraum.
Welcher Weg vermeidet falsche Genauigkeit?
Der umgekehrte: ausrechnen, welche Annahmen den heutigen Kurs rechtfertigen würden, und prüfen, ob sie realistisch sind.
Was ist das Grundproblem der On Chain Analyse?
Adressen den richtigen Besitzern zuzuordnen. Dafür gibt es nur Faustregeln, die oft irren.
Warum ist die Zahl aktiver Adressen keine Nutzerzahl?
Weil ein Mensch viele Adressen haben kann und eine Börsenadresse Millionen Kunden gehören kann.
Warum sind On Chain Signale statistisch schwach belegt?
Weil die Daten nur wenige große Marktzyklen umfassen.
Was ist die vollständig verwässerte Bewertung?
Der Kurs mal die Höchstmenge an Token. Bei jungen Projekten liegt sie oft weit über der angezeigten Marktkapitalisierung.
Warum sind Freigabepläne wichtig?
Weil sie planbaren Verkaufsdruck erzeugen, unabhängig davon, wie sich das Projekt entwickelt.
Wann ist das Vernichten von Token etwas wert?
Nur wenn echte Einnahmen dahinterstehen und die Token nicht vorher neu ausgegeben wurden.
Welche vier Bereiche solltest du prüfen?
Team und Identität, Technik und Code, unabhängige Prüfberichte sowie Verteilung und Freigabe der Token.
Was sagt ein Prüfbericht zu Smart Contracts aus?
Nur, was bei einem bestimmten Stand des Codes und in einem festgelegten Umfang untersucht wurde, nicht dass das Projekt sicher ist.
Woran misst du ein Renditeversprechen?
Daran, woher das Geld kommt. Ohne erkennbare Quelle kommt es von späteren Einzahlern.
Auf welchen Wegen wirkt der Leitzins?
Über den Zinssatz, mit dem künftige Gewinne zurückgerechnet werden, über die Kreditkosten der Firmen und darüber, wie attraktiv Anleihen im Vergleich sind.
Warum bewegt eine erwartete Zinserhöhung die Märkte kaum?
Weil sie schon im Preis steckt. Bewegungen entstehen, wenn etwas von der Erwartung abweicht.
Warum kann eine gute Wirtschaftsnachricht die Kurse drücken?
Wenn sie strengere Geldpolitik und höhere Zinsen wahrscheinlicher macht.
Wie schnell verarbeiten Märkte geplante Meldungen?
Der größte Teil der Anpassung passiert innerhalb von Sekunden bis Minuten.
Was bedeutet Gerüchte kaufen, Tatsachen verkaufen?
Die Erwartung treibt den Kurs. Tritt das Ereignis ein, ist nichts mehr übrig, was ihn weiter treiben könnte.
Worin liegt der einzige echte Vorteil eines Privatanlegers?
Darin, dass er länger warten und Schwankungen über Jahre aussitzen kann.
Welche Frage stellst du bei jeder Finanzquelle zuerst?
Womit sie ihr Geld verdient. Die Art der Bezahlung bestimmt, in welche Richtung der Rat gefärbt ist.
Warum sind einzelne Screenshots von Gewinnen wertlos?
Weil man sich die schönen aussuchen kann. Glaubwürdig sind nur vollständige, nachprüfbare Aufstellungen.
Worauf stützt du dich bei wissenschaftlichen Aussagen?
Auf Befunde, die viele Studien über lange Zeiträume und an mehreren Märkten bestätigt haben.
Woran verdient ein Market Maker vor allem?
Am Abstand zwischen Kauf und Verkaufspreis, nicht an der Richtung des Kurses.
Warum verhalten sich Pensionskassen manchmal gleichzeitig gleich?
Wegen gesetzlicher Anlagegrenzen, die sie einhalten müssen, und nicht unbedingt wegen ihrer Einschätzung des Marktes.
Gibt es eine gemeinsame Erfolgsmethode aller Profis?
Nein. Die Gruppen unterscheiden sich dafür zu stark in Zeitraum, Herkunft des Geldes und Risikogrenzen.